Hafentag und neue Freunde

 

 

Eine stürmische Nacht, doch nur in meteorologischer Hinsicht. Sturmböen und Regenschauer peitschen über den nächtlichen Hafen. Die hohen Masten neigen sich, Fallen zerren unbändig in ihren Halterungen und schlagen an den Masten ihre eigenwillige wilde Melodie. Meine Gedanken wandern, mal hier mal dort bis sich langsam die Decke des Schlafs über mich legt.

5.00 Uhr: Die Sonne blickt verstohlen durch ein Wolkenloch am Horizont, zieht sich aber schnell wieder zurück und überlässt den frühen Morgen noch einmal den nächtlichen Winden.

Noch immer heult der Sturm in den Wanten und erzwingt so weiteres Warten im Hafen. Ich merke, wie die Unrast des Alltags immer weiter schwindet, und die kleinen Arbeiten an Bord Ruhe bringen. Alles wird klein unter dem sich mächtig wölbenden Wolkenhimmel. Ein Hafentag bricht an. Ich bin zuversichtlich.

Heute Nachmittag macht eine Happy Sailing, die Gioia (Freunde), neben mir fest. Zwei junge Leute springen auf den Steg. Ich lese auf dem Schiff das Kennzeichen „HMÜ“, und woher kommen sie? Natürlich vom Edersee, Liegenplatz Bettenhagen; na was für ein Zufall! Sie waren in Kappeln und lagen dort eine Woche fest. Heute motorten sie nach Arnis. Sie hatten hilfsweise die Fock gesetzt, die in einer Böe das Achterliek verlor; der Segelmacher soll jetzt die Reparatur durchführen. Dann wollen sie weitere die Schlei hinauf bis Schleswig. Die Welt ist eben doch ein Dorf, wie man sieht.

Nächstes Kapitel.

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Wie die Welt aussieht hängt von der Perspektive ab, aus der heraus man sie betrachtet. © Gerhard Falk