Heringe, Matjes und Garnelen

Das Matjesbrötchen war das letzte und auch beste. Nach dem Landgang in Kappeln zum Einkauf von Zutaten für einen frischen Wurstsalat mit Tomaten und Gurken.

In Kappeln festgemacht war der erste Gang zur Toilette, oh – war das nötig! Dann stürze ich mich über ein Heringsbrötchen am Stand eines Fischverkäufers und anschließend über ein solches mit Garnelen. Schmatz, grunz, leck – ruck-zuck sind sie alle weg. Abschluss eines schnellen Törns von Lindaunis nach Kappeln. Alle Tücher oben, vor dem Wind jagt Little Wonder über die Schlei. Die alte Dame wird richtig lebendig. Das Kielwasser rauscht, und ich meine manchmal mit der Welle zu surfen. Gute 5 Knoten erreicht sie in den leichten Böen. Ja, da staunen die Dickschiffkapitäne, die sich nur mit Mühe von mir lösen können. Ich bin ein ganz klein wenig stolz auf mein altes Schiff, das mir hoffentlich gelegentliche Verkaufsabsichten wieder verziehen hat.

Im Radio röhren die Beatles ihre Songs. Ich liege wieder im Hafen von Kappeln vor dem Clubhaus und denke an schöne Ferientage, die ich vor 4 Jahren mit Irene hier verbrachte. Beim nächsten Törn ist sie hoffentlich wieder dabei. Zur Welle Nord vom NDR ist jetzt noch „Radio Schleswig-Holzstein“ RSH getreten, und so werde ich mit Unterhaltung aus dem Äther voll versorgt, so dass der bedeckte Himmel mit gelegentlichen kleinen Schauern nicht trüb stimmen kann.

Gerade war der Hafenmeister zum Kassieren der Hafengebühr da. Ein netter, alter, bärtiger Herr, der von einem schwarzen Pudel begleitet wird, der die gleiche Gelassenheit an den Tag legt wie sein Herr. Mit freundlich väterlichem Wesen erkundigt er sich nach dem „Woher“ und „Wohin“ und nach Little Wonder, die sein Wohlgefallen findet.

Nach dem Abendbrot war eine Entenfamilie zu Besuch, die mit lautem Quak, Quak ihren Anteil einforderte. Ich hoffe, dass ich die Weißbrotreste einigermaßen gerecht unter ihnen aufteilte. Die auch später noch stattfindenden Besuche lassen vermuten, dass sie jedenfalls im Wesentlichen einverstanden waren.

Nächstes Kapitel.

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Wie die Welt aussieht hängt von der Perspektive ab, aus der heraus man sie betrachtet. © Gerhard Falk