Kurgeschehen

 

 

Heute Morgen ist der Himmel von einer grauen Wolkendecke verhangen. In der Nacht hat es geregnet, an den Zweigen draußen im Garten hängen noch dicke Wassertropfen, der Wind heult und von Ferne pfeift der Rasende Roland, der seinen Tagesdienst wieder aufgenommen hat. Doch unverdrossen zwitschern die Vögel in den Tag hinein. Zum Frühstück gibt es Kartoffelbrei mit Erbsen und Möhren durchmischt. Ich will den Tag mit einem warmen Frühstück beginnen. 

 

 

Die Sonne lacht in den Tag. Mein Tee zieht in der Kanne. Radio MV meldet 10.00 Uhr. Mein Bett lüftet. Die Tür kann weit aufstehen, denn es ist heute schon recht warm. Frühlingsdüfte dringen herein.  

 

 

Gestern hatte ich Spaziergeh- und Einkauftag. Vegetarisch einkaufen kostet Zeit, aber ich habe die Hartweizengriesnudeln doch noch gefunden, ebenso Soja-Sauce, na ja und auch viel Frisches. Ich glaube meine Bluejeans Größe 30 ½ sind größer geworden, oder schrumpfe ich schon? Die Waage in einer Woche ist unbestechlich! Ich werde darauf achten gleich schwere Kleidung zu tragen wie bei der ersten Wiegeprozedur, oder soll ich schummeln und leichtere Schuhe tragen? Ich hätte da ein Paar superleichte Slipper, vielleicht auch nur eine leichte Trainingshose? Ach was, ich werde die Bluejeans tragen, da kann ich die „Zentimeter“ präsentieren! Alter Gauner! 

 

 

Heute bekomme ich meine erste Unterwassermassage. Badelaken und Badeschuhe soll ich mitbringen. Mit dem Fahrrad werde ich die Strandpromenade entlang zum Vitarium radeln. Gestern Abend habe ich neue Reifen und Schläuche aufgezogen. Ein neuer Sattel wird hoffentlich nicht mehr so quietschen wie der alte. Die Reifen 28 x 1.75 sind Made in Tschechoslowakia, der Sattel vermutlich stammt aus alten DDR-Beständen. Er hat eine recht nostalgische Form. 

 

 

Jetzt wird „Strolch“ herausgelassen. Er springt fröhlich durch den Garten. Wird er durch die offene Türe zu mir kommen? Doch er jagt seinem Herrchen hinterher, der in irgendeinen Gartenwinkel außerhalb meines Gesichtskreises davon geht. Eine der vier Katzen hat seit dem ersten Tag eine besondere Beziehung zu mir. Sie kommt, wenn sie mich sieht maunzend auf mich zu und will gestreichelt werden. Dann geht sie mit zu meiner Datsche und setzt sich auf das Treppchen vor dem Eingang. Sie ist etwas größer als die anderen drei, vielleicht ist sie die Mutterkatze? Ich werde ihr mal ein Leckerchen mitbringen, denn Liebe geht auch durch den Magen.

Nächstes Kapitel.

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Wie die Welt aussieht hängt von der Perspektive ab, aus der heraus man sie betrachtet. © Gerhard Falk